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Ohrentropfen, Medikamente und Co.: Was eignet sich wirklich zur Behandlung einer Mittelohrentzündung?

Heftige Ohrenschmerzen, eventuell begleitet von Schnupfen oder Halsschmerzen – unter einer Mittelohrentzündung (Otitis media) leiden vor allem Kinder. Aber auch für Eltern ist es oft nur schwer zu ertragen, wenn es ihrem Kind nicht gut geht. Umso wichtiger ist es, die Mittelohrentzündung wirksam zu behandeln. Bei Ohrenschmerzen denkt man automatisch an lokale Ohrentropfen. Im Falle einer Mittelohrentzündung sind lokale Ohrentropfen jedoch nutzlos, da sie das Mittelohr nicht erreichen können. Was stattdessen helfen kann, lesen Sie hier.

Wann sind Ohrentropfen sinnvoll und wann nicht?

Lokale Ohrentropfen sind Zubereitungen zur Anwendung im Ohr (Otologika). Sie werden gegen

  • Schmerzen, Entzündungen und Infektionen im äußeren Gehörgang sowie gegen
  • verhärtetes Ohrenschmalz eingesetzt.

Manchmal werden sie auch von Tauchern vorbeugend und pflegend angewendet, um der erhöhten Belastung beim Druckausgleich entgegenzuwirken. Ohrentropfen sind generell nur für eine äußerliche Anwendung vorgesehen. Geraten sie ins Mittelohr, kann dies schwerwiegende Folgen bis zur Hörschädigung (Ertaubung) durch ototoxische (für das Gehör schädigende) Inhaltsstoffe haben. Deswegen muss bei einem Einsatz darauf geachtet werden, dass das Trommelfell intakt ist. Da aber nur der Arzt mittels einer Ohrspiegelung sehen kann, ob eine Trommelfellschädigung vorliegt, ist eine Behandlung mit Ohrentropfen in der Selbstmedikation kritisch zu sehen.

 

Ohrentropfen bei Mittelohrentzündung – lieber nicht!

Grundsätzlich sind lokale Ohrentropfen bei einem verletzten Trommelfell kontraindiziert. Das bedeutet: Sie dürfen (beispielsweise bei einer Otitis media) nicht als Therapie angewandt werden, da das Mittelohr ansonsten Schaden nehmen kann. Außerdem besteht die Gefahr einer Wechselwirkung mit einem anderen Arzneimittel, weswegen immer eine Expertenmeinung eingeholt werden sollte.

Anstelle von lokalen Ohrentropfen kann man die Schleimhäute der Ohrtrompete kurzfristig über die Nase mittels Nasensprays oder Nasentropfen abschwellen lassen. Schwillt die Nasenschleimhaut ab, wird die Ohrtrompete geöffnet und ermöglicht dem Mittelohr einen Druckausgleich und Belüftung. Allerdings lässt die abschwellende Wirkung schon nach wenigen Stunden nach und die Schleimhäute schwellen wieder stark an (sogenannter Rebound-Effekt). Abschwellende Nasensprays sollten höchstens ein paar Tage eingesetzt werden, denn bei zu langer Anwendung können die empfindlichen Schleimhäute gereizt oder gar geschädigt werden.

Bei Mittelohrentzündung und Ohrenschmerzen ist es sinnvoll, ein schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Arzneimittel (zum Beispiel Otovowen® Tropfen) oral einzunehmen, das systemisch (ganzheitlich) wirkt und von innen dauerhaft die Ohrtrompete abschwellen lässt. Bei Otovowen Tropfen handelt es sich um ein homöopathisches Arzneimittel auf pflanzlicher Basis. Die enthaltenen Heilpflanzen stärken die Selbstheilungskräfte. Durch die orale Einnahme muss das schmerzende Ohr nicht berührt werden.

Rezeptfreie oder rezeptpflichtige Ohrentropfen: Wirkung und Anwendung

Wirkstoffe von lokalen Ohrentropfen sind häufig:

  • Procain,
  • Phenazon,
  • Salicylsäureverbindungen,
  • Antibiotika und
  • Kortison.

Rezeptfreie lokale Ohrentropfen enthalten beispielsweise die ersten drei genannten Wirkstoffe. Bei dem Inhaltsstoff Procain handelt es sich um ein Lokalanästhetikum, das Schmerzrezeptoren im äußeren Gehörgang ausschaltet. Viele Ärzte halten die Anwendung von procainhaltigen Ohrentropfen generell für problematisch, weil damit der Schmerz als wichtiges Warnsignal unterdrückt wird.

Rezeptpflichtige Präparate weisen in der Regel Antibiotika oder Kortison auf. Beim Einsatz von Ohrentropfen kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Aus diesem Grund sollte vor der Anwendung lokaler Ohrentropfen immer die Meinung eines Arztes eingeholt werden. Ohrentropfen mit Antibiotika oder Kortison sind ohnehin verschreibungspflichtig.

In der Anwendung sind lokale Ohrentropfen ohne oder mit Rezept gleich. Üblicherweise werden sie auf der Seite liegend ins Ohr getröpfelt. Sie sollten Körpertemperatur haben, also möglichst nicht im Kühlschrank lagern und auch nicht erhitzt werden.

Nach der Anwendung ist es empfehlenswert, die Seitenlage noch ein paar Minuten einzuhalten, damit sich die Wirkstoffe im Ohr gut verteilen können. Bei Allergien, Überempfindlichkeit gegen bestimmte Inhaltsstoffe und bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen dürfen sie nicht zum Einsatz kommen. Auch in der Schwangerschaft ist von einer Behandlung mit Ohrentropfen abzuraten, es sei denn, der Arzt hält die Anwendung für unbedenklich.

Mittelohrentzündung: Zurückhaltung bei der Behandlung mit Antibiotika

Da nach einer siebentägigen Antibiotika-Behandlung noch zwei Jahre lang Resistenzgene in der Darmflora nachweisbar sind, wird in aktuellen Behandlungsleitlinien zu einer zurückhaltenden Verordnung von Antibiotika geraten.

Zudem wird die Otitis media in bis zu 93 % der Fälle durch Viren ausgelöst. So stellt die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft fest: Der routinemäßige Einsatz von Antibiotika ist bei akuter Otitis media nicht zweckmäßig. Nur in bestimmten Fällen, zum Beispiel wenn das Kind jünger als sechs Monate ist, eitriger Ausfluss anhält oder Fieber über 39 Grad Celsius auftritt, wird zu einer Behandlung mit Antibiotika geraten.

Abwarten und beobachten: „watch and wait”

Bei Patienten ohne besondere Risikofaktoren (zum Beispiel stark geschwächtes Immunsystem) hat sich bei einer unkomplizierten Mittelohrentzündung die „watch and wait“-Therapie bewährt, das Prinzip des vorsichtigen Abwartens unter ärztlicher Kontrolle. Diese Methode ist auch in den Leitlinien der ärztlichen Fachgesellschaften verankert. Über eine Dauer von 24, 48 und 72 Stunden wird beobachtet, wie sich die Erkrankung des Patienten verändert. Die Schmerzen werden bei Bedarf medikamentös (zum Beispiel mit Ibuprofen) gelindert.

Behandlung einer Mittelohrentzündung während der „watch and wait“-Phase

Untersuchungen zufolge sind Mittelohrentzündungen in den meisten Fällen auf Viren zurückzuführen. Daher ist es oft sinnvoll, unter ärztlicher Beobachtung ein bis zwei Tage ohne eine antibiotische Behandlung abzuwarten. Währenddessen können

  • die Ohrenschmerzen mit Schmerzmitteln gelindert,
  • die Belüftung des Mittelohres mit Nasensprays verbessert und
  • die Heilung durch oral einzunehmende homöopathische Arzneimittel gefördert werden.

Dadurch lassen sich die Beschwerden rasch lindern und die Notwendigkeit einer Behandlung mit Antibiotika bestenfalls umgehen. Die "watch and wait"-Behandlungsstrategie ist bei gleichem Erfolg deutlich verträglicher als eine sofortige Antibiotikagabe.

Mittelohrentzündung naturheilkundlich behandeln

In der medikamentösen Therapie der Mittelohrentzündung hat sich seit Generationen das naturheilkundliche Arzneimittel Otovowen® zur inneren Anwendung bewährt.

Diese naturheilkundliche Therapie wirkt kausal, also ursächlich. Das bedeutet, dass nicht nur die Krankheit allein, sondern der Mensch als Ganzes und die möglichen Auslöser betrachtet werden. Die komplexhomöopathischen Tropfen zum Einnehmen lindern die Schmerzen, hemmen die Entzündung und unterstützen die Selbstheilungskräfte.

Heilpflanzen bei Mittelohrentzündung

So können Sie eine Mittelohrentzündung selbst behandeln

Neben den Medikamenten können zur Behandlung einer Mittelohrentzündung zudem Hausmittel verwendet werden.

  • Inhalationen (zum Beispiel mit Wasserdampf, Kamille) und Nasenspülungen: Durch sie kann die Nase bei Schnupfen befreit werden. Da das Mittelohr über die Eustachische Röhre mit der Nase verbunden ist, wird es dadurch ebenfalls besser belüftet.
  • Zwiebelsäckchen: Zwiebeln werden klein gehackt und erwärmt und anschließend in ein Tuch oder ein Taschentuch gewickelt und ans Ohr gehalten. Das hat sowohl wärmende als auch antientzündliche Effekte. Alternativ können die Zwiebeln auch ausgepresst und der Saft auf ein Tuch geträufelt werden, damit sich die Wirkung direkt dort entfaltet. Sind Kinder von einer Mittelohrentzündung betroffen, fixiert man das Zwiebelsäckchen zur Behandlung zum Beispiel mit einem Stirnband, um das schmerzende Ohr möglichst wenig zu berühren.

Das Immunsystem wird durch eine gesunde Ernährung unterstützt (frisches Obst und Gemüse). Auch ausreichend trinken ist wichtig. Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems, wie Sport, Wechselbäder und Sauna, haben bei Erwachsenen – regelmäßig ausgeführt – eine prophylaktische Wirkung.

Erste Hilfe-Tipps bei Ohrenschmerzen

Wann sollte ein Arzt die Mittelohrentzündung behandeln?

Da eine Mittelohrentzündung in sehr seltenen Fällen auch schwerwiegende und nachhaltige Folgen (zum Beispiel Hörminderung, Mastoiditis) haben kann, sollte bei der Behandlung ein Arzt zu Rate gezogen werden. Vor allem in folgenden Fällen ist ein Arztbesuch unbedingt notwendig:

  • Das Kind ist jünger als zwei Jahre
  • Bei Fieber, starken Schmerzen, Kopf- oder Nackenschmerzen, beidseitigen Ohrenschmerzen, oder Ausfluss aus dem Ohr
  • Wenn die Beschwerden länger anhalten als zwei Tage
  • Bei einer Verschlimmerung der Symptome innerhalb der ersten beiden Tage

Denn nur der Arzt kann mit seinem Otoskop (Ohrenspiegel) tief ins Ohr schauen und die richtige Diagnose stellen. Je nach Befund leitet er eine zum Stadium und Verlauf der Entzündung passende Therapie ein. Bei einer unkomplizierten Mittelohrentzündung wird offiziell die Strategie „watch and wait“ empfohlen, das heißt unter sorgfältiger Kontrolle des Arztes wird mit der Gabe von Antibiotika abgewartet. Tritt keine Besserung ein, kann eine antibiotische Therapie erforderlich sein.

Schlagen die Medikamente gegen die Mittelohrentzündung nicht an oder bildet sich Eiter im Mittelohr, kann ein Schnitt ins Trommelfell (Parazentese) oder der Einsatz eines Paukenröhrchens nötig werden, welches ein Abfließen der Flüssigkeit aus dem Mittelohr erlaubt.