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Baby mit Ohrenschmerzen wird von einer Ärztin untersucht

Ratgeber Mittelohrentzündung:
Ohrenschmerzen beim Baby

Wenn das Baby Ohrenschmerzen hat

In den ersten drei Lebensjahren haben Babys und Kleinkinder im Durchschnitt drei- bis viermal so häufig Atemwegsinfekte wie Erwachsene. Überwiegend handelt es sich um eine leichte Erkältung mit Symptomen wie Schnupfen, Husten und Fieber. Aber auch Ohrenschmerzen kommen bei Babys oft vor. Sehr häufig handelt es sich um eine Zweitinfektion durch Nasen-Racheninfekte: Die Keime steigen von der Nase über die kurze Ohrtrompete (Verbindungskanal zum Ohr, Eustachische Röhre) des Babys in das Mittelohr auf oder es kommt zu einer Belüftungsstörung im Mittelohr durch Anschwellung der entzündeten Schleimhaut.

Mittelohrentzündung bei Babys:
Auslöser ist oft eine Erkältung

Eine akute Mittelohrentzündung bei Babys und Kleinkindern entwickelt sich rasch, bevorzugt über Nacht, häufig als Folge eines viralen Infekts (Erkältung) der oberen Luftwege. Eine Erkältung beim Baby kann mehrere Ursachen haben. Dazu gehören Infektionen, im Rachen oder in der Nase, also den oberen Atemwegen. Ausgelöst werden diese durch Viren. Bei Babys passiert dies besonders häufig, weil sich deren Immunsystem in der Aufbauphase befindet und noch nicht vollständig ausgereift ist.

Da die Verbindung des Nasen-Rachen-Raumes zur Paukenhöhle (Hohlraum im Mittelohr) bei Babys noch sehr kurz ist, kann das Schnupfensekret schlechter abfließen und so das Innenohr verstopfen – ein idealer Nährboden für die Krankheitserreger. Das ist auch der Grund, weshalb es häufig zu einer Mittelohrentzündung beim Baby kommt.

Eine Ohrenentzündung beim Baby kann sich durch vielerlei Symptome bemerkbar machen. Sie können unter

  • Schmerzen bei Berührung des Ohres,
  • erhöhter Temperatur oder Fieber,
  • Husten,
  • Abgeschlagenheit,
  • einer laufenden oder verstopften Nase,
  • geschwollenen Lymphknoten und
  • eventuell Erbrechen

leiden.

Der Säugling ist appetitlos und reizbar oder ruhelos. Die behinderte Atmung führt bei Babys außerdem dazu, dass sie nicht mehr gut trinken können und es Probleme beim Stillen gibt. Eltern sollten darauf achten, dass ein Baby mit einer Ohrenentzündung ausreichend Flüssigkeit und Nahrung zu sich nimmt.

Hat mein Baby Ohrenschmerzen?

Mittelohrentzündung beim Baby erkennen und handeln:
Leidet das Baby an einer Mittelohrentzündung und hat Ohrenschmerzen, jammert oder weint es oft, ist unruhig und wirft sich hin und her. Es greift sich oft ans Ohr („Ohrzwang”) oder reibt daran. Auf jede Berührung der Ohrregion reagieren die Kleinen mit Schmerzen.

Im Säuglings- und Kleinkindalter sind neben typischen Erkältungsanzeichen Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall, Appetitlosigkeit oder Erbrechen sowie ein allgemein reduzierter Zustand bei einer Mittelohrentzündung (Otitis media) häufig sehr ausgeprägt. Bei Babys, die sich ja noch nicht richtig artikulieren können, sollte bei Ohrenschmerzen rasch ein Arzt aufgesucht werden. Bis man zum Arzt kommt, hat sich als Erste Hilfe eine naturheilkundliche Therapie mit entzündungshemmenden, schmerzlindernden und abwehrstärkenden Heilpflanzen bewährt.

Empfehlungen bei Babys mit Ohrenschmerzen unter sechs Monaten

Nicht immer muss sich hinter akuten Ohrenschmerzen bei Babys eine Mittelohrentzündung verbergen. Der Mediziner kann bei den kleinen Patienten mittels Otoskop (Ohrenspiegel) oder Ohrmikroskop, das eine noch genauere Untersuchung ermöglicht, den Zustand des Trommelfells einsehen und abhängig vom Befund eine angemessene Therapie einleiten.

Für einige Alters- und Kindergruppen gelten allerdings besondere Regeln in den Leitlinien:

Bei Säuglingen bis zum 5. Lebensmonat wird in den Empfehlungen zu einem primären Antibiotikaeinsatz geraten. Dasselbe gilt für Kinder und Babys, die in den ersten beiden Lebensjahren unter einer beidseitigen Mittelohrentzündung leiden. Auch Kinder mit besonderen Risikofaktoren wie einer Immundefizienz oder einem Down-Syndrom gehören zu diesen ausgewählten Gruppen.

Nach Abklingen einer ausgeprägten Mittelohrentzündung sollte in Abständen eine Untersuchung der Ohren und eine Hörkontrolle beim Baby durchgeführt werden.

Ohrenschmerzen bei Babys und Kleinkindern vorbeugen

Kinderärzte weisen immer wieder darauf hin, dass Babys und kleine Kinder an kalten Tagen (auch im Sommer!) und ab Beginn der kalten Jahreszeit eine Mütze bzw. Kopfbedeckung und Halstuch oder Schal tragen sollten. Eltern sollten zudem darauf achten, dass die Kinder warme Füße haben. Denn kalte oder nasse Füße führen ebenfalls zu einer Minderdurchblutung im Nasen-Rachenraum.

Wichtige Risikofaktoren für eine Mittelohrentzündung bei Babys und kleinen Kindern sind

  • Passivrauchen (Schwächung des Immunsystems),
  • Benutzen von Schnullern (vermutlich, weil das „Nuckeln“ zu veränderten Druckverhältnissen zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum führt und Infekte der Atemwege dadurch zunehmen) und
  • Besuch einer Kinderkrippe oder eines Horts (hohe Ansteckungsgefahr mit Erkältungsviren).

Und auch, wenn sich Babys bereits eine Erkältung eingefangen haben, kann eine entsprechende Behandlung der Symptome das Risiko einer Ohrenentzündung reduzieren. Kinder bis vier Jahre können sich nicht selbst schnäuzen und brauchen dabei Hilfe, regelmäßig den Schleim aus der Nase zu entfernen. Löst sich der Schleim in der Nase nicht, können die Schleimhäute mit Wasserdampf oder Nasentropfen mit Salzlösung behandelt werden. Des Weiteren sollte dem Baby viel Ruhe gegeben werden und es sollte viel trinken.