Reinigung der Ohren sollte beim HNO gemacht werden
Voreilig sollte man die Ohren jedoch nicht reinigen oder reinigen lassen. Bei beiden Vorgängen wird hauptsächlich Ohrenschmalz entfernt. Dem Cerumen - wie Ohrenschmalz in der medizinischen Fachsprache heißt - kommen im Ohr jedoch wichtige Aufgaben zu: Es reinigt den Gehörgang von Schmutzpartikeln und erschwert die Ausbreitung von Bakterien und Pilzen¹.
Deshalb sollten Sie Ihre Ohren nur professionell reinigen lassen. Wenn sich zu viel Cerumen im Gehörgang angesammelt hat und diesen verstopft, kann es zu Verminderung des Hörvermögens, Druckgefühl auf den Ohren oder Juckreiz kommen. Um das festsitzende Cerumen zu entfernen, kann die professionelle Ohrenspülung Abhilfe schaffen.
Die wichtigsten Informationen dazu haben wir für Sie zusammengestellt: Wir verraten Ihnen, wie eine Ohrenspülung funktioniert, wann sie sinnvoll ist und warum Sie diese besser nicht selbst durchführen sollten.
Das Wichtigste in Kürze:
Ohren reinigen sich normalerweise selbst – eine Spülung ist nur bei Verstopfung nötig.
Eine Ohrenspülung sollte ausschließlich vom HNO-Arzt durchgeführt werden.
Die richtige Wassertemperatur (37°C) und sanfter Druck sind entscheidend.
Selbstversuche mit Ballonspritzen können das Trommelfell verletzen.
Wie funktioniert eine Ohrenspülung genau?
Eine Ohrenspülung, auch Cerumenentfernung genannt, ist ein medizinisches Verfahren, bei dem festsitzendes Ohrenschmalz mit körperwarmem Wasser aus dem Gehörgang gespült wird.
Diese Methode gilt als eine der gründlichsten Techniken zum Ohrenreinigen, sollte jedoch nur dann angewandt werden, wenn die Selbstreinigung des Ohrs nicht mehr richtig funktioniert und der Gehörgang verstopft ist².
So geht der Arzt dabei vor: Um die Ohren richtig zu spülen, verwendet der Arzt in der Regel eine sogenannte Ohrspritze. Diese wird mit 37 Grad Celsius warmem Wasser gefüllt, dann vorsichtig in den Gehörgang eingeführt und dort entleert. Durch den sanften Druck und die richtige Temperatur löst sich das Cerumen häufig schon und wird direkt aus dem Ohr gespült.
Wann ist eine Ohrenspülung sinnvoll?
Eine Verstopfung der Ohren kann durch verschiedene Dinge ausgelöst werden.
In der Regel handelt es sich um Ohrenschmalz oder Narbengewebe, das sich im Gehörgang sammelt und nach und nach das Ohr verstopft.
Es kann aber auch vorkommen, dass Fremdkörper wie Essen, Perlen, kleines Spielzeug oder auch Insekten Ursache für die Verstopfung sind.
Die daraus resultierenden Symptome sind:
Juckreiz
Hörverlust
Schmerzen im Ohr
Völlegefühl im Ohr
Druckgefühl oder Rauschen
Wie oft sollte man die Ohren spülen lassen?
Kurz gesagt: So selten wie möglich. Die Ohren sollten nur bei tatsächlicher Verstopfung gespült werden. Eine routinemäßige Ohrenspülung ist nicht notwendig und kann sogar kontraproduktiv sein, da sie die natürliche Schutzfunktion des Ohrenschmalzes beeinträchtigt³.
Bei den meisten Menschen reinigen sich die Ohren selbst ausreichend.
Nur wenn Sie Symptome wie Hörverlust, Druckgefühl oder starken Juckreiz verspüren, sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen, der entscheidet, ob und wie oft eine Spülung nötig ist.
Überblick: Methoden zum Ohrenreinigen
| Methode | Durchführung | Sicherheit | Empfehlung |
| Professionelle Spülung | Beim HNO-Arzt | Sehr sicher | ✓ Empfohlen |
| Ohrenspray | Zuhause möglich | Relativ sicher | Bedingt geeignet |
| Ballonspritze | Selbst zuhause | Risikoreich | ✗ Nicht empfohlen |
| Wattestäbchen | Selbst zuhause | Gefährlich | ✗ Nicht empfohlen |
Ist Ohrenspülen gefährlich?
Eine professionell durchgeführte Ohrenspülung beim Facharzt ist grundsätzlich sicher.
Allerdings birgt das selbstständige Ohrenspülen zuhause erhebliche Risiken.
Diese Risiken bestehen beim Ohrenspülen:
Trommelfellverletzung durch zu hohen Wasserdruck
Störung des Gleichgewichtsorgans durch falsche Wassertemperatur
Infektionen durch unsaubere Instrumente
Verschlimmerung bei bestehenden Ohrenentzündungen
Rauschen oder Schmerzen nach der Spülung
Alternativen zur Ohrenspülung: Ohrensprays und -tropfen
Wenn Sie Ihre Ohren zuhause reinigen möchten, gibt es sicherere Alternativen zur Ballonspritze. In Apotheken und Drogeriemärkten gibt es Sprays und Tropfen zu kaufen, die Ihre Ohren von zu viel Ohrenschmalz befreien können.
Ohrensprays und -tropfen sind deutlich schonender als eine selbst durchgeführte Spülung. Sie enthalten oft Wirkstoffe wie Glycerin, die das Ohrenschmalz aufweichen, sodass es auf natürliche Weise aus dem Ohr transportiert werden kann.
Das sollte man beachten: Auch bei Ohrensprays und -tropfen gilt: Bei starken Beschwerden oder anhaltender Verstopfung sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen.
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FAQ
Ja, aber: Eine Ohrenspülung mit Wasser sollte ein Facharzt durchführen, da die Behandlung nicht ganz risikofrei ist. Eine unsachgemäß durchgeführte Spülung durch zu hohen Druck könnte das Trommelfell beschädigen und eine falsche Wassertemperatur den Gleichgewichtssinn stören.
Bei unsachgemäßer Durchführung können ernsthafte Komplikationen auftreten: Trommelfellverletzungen, Infektionen, Gleichgewichtsstörungen oder dauerhafte Hörschäden. Deshalb sollte eine Ohrenspülung immer von einem HNO-Arzt durchgeführt werden.
Die ideale Wassertemperatur liegt bei exakt 37 Grad Celsius – also Körpertemperatur. Zu kaltes Wasser kann Schwindel auslösen, zu heißes Wasser Verbrennungen verursachen.
Ein Rauschen nach der Ohrenspülung kann auftreten, wenn noch Wasser im Gehörgang ist oder das Gleichgewichtsorgan gereizt wurde. Das sollte nach einigen Stunden verschwinden. Hält es länger an, sollten Sie den Arzt nochmals aufsuchen.
Ja, Ohrenspray oder spezielle Ohrentropfen können das Ohrenschmalz vor der Spülung aufweichen und die Behandlung erleichtern. Viele HNO-Ärzte empfehlen, einige Tage vor der Spülung Ohrensprays oder -tropfen zu verwenden.
Eine Ohrenspülung ist nicht geeignet bei:
akuter Mittelohrentzündung oder anderen Ohrinfektionen
verletztem oder perforiertem Trommelfell
vorgeschädigtem Gehörgang
kürzlich durchgeführten Ohr-Operationen
Paukenröhrchen im Trommelfell