Otovowen
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Weber-Weber biologische Arzneimittel

Mittelohrentzündung: Untersuchung und Diagnose

Besteht der Verdacht auf Mittelohrentzündung, hilft die gründliche Untersuchung durch den Facharzt, eine eindeutige Diagnose zu stellen. In der Regel ist es für den Arzt relativ einfach, die Erkrankung zu erkennen – der Zustand des Trommelfells ist ein wichtiger Indikator.

Bei Verdacht auf Mittelohrentzündung

Grundsätzlich kann eine akute Mittelohrentzündung (Otitis media) in jedem Lebensalter auftreten, jedoch sind es vor allem kleine Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren, die oft erkranken. Der Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO-Arzt) wird daher in der Regel von den Eltern wissen wollen, ob das Kind bereits vorher einmal unter einer Mittelohrentzündung gelitten hat. Ging der Entzündung ein Atemwegsinfekt oder eine andere Erkrankung voraus, sollten Eltern das dem Arzt ebenfalls mitteilen.

Hinweise auf weitere Symptome wie Ohrensausen und Fieber, die eine Mittelohrentzündung häufig begleiten, sind wichtige Informationen für den Arzt. Daher sollten Eltern alle Auffälligkeiten dem behandelnden Arzt mitteilen.

Im Anschluss an das Gespräch wird er Untersuchungen durchführen, um bei einer Mittelohrentzündung eine sichere Diagnose stellen zu können und andere Erkrankungen auszuschließen.

Mittelohrentzündung beim Baby
Mittelohrentzündung beim Kind

Mittelohrentzündung: Diagnose mittels Otoskop

Ein unerlässlicher Indikator bei der Diagnose einer Mittelohrentzündung ist das Trommelfell. Für dessen Untersuchung verwendet der Arzt einen sogenannten Ohrenspiegel, auch Otoskop genannt. Dadurch lässt sich ein genauerer Blick auf das Trommelfell werfen, das bei einer Mittelohrentzündung häufig gerötet und verdickt ist. Zudem kann es sich aufgrund angestauter Flüssigkeit im Mittelohr nach außen wölben. Das Trommelfell erscheint rosa verfärbt – ursächlich sind die erweiterten Blutgefäße.

Mithilfe des Otoskops kann der Arzt zudem Flüssigkeitsansammlungen erkennen. Ist deren Druck zu groß, kann es sein, dass das Trommelfell bereits gerissen ist und die Flüssigkeit aus dem Ohr läuft.

 

Ein gesundes Mittelohr hat eine grau-glänzende Färbung, eine glatte Oberfläche und ist zudem gut beweglich.

 

Neben der Untersuchung des Trommelfells wird der Arzt die Nase und den Nasen-Rachen-Raum untersuchen, um eine Mittelohrentzündung zu erkennen und die Diagnose zu sichern. Dafür stehen ihm spezielle Winkel-Endoskope zur Verfügung. Mit diesen kann er sich ein genaueres Bild machen.

Weitere Untersuchungsmethoden

In der Regel ist die Untersuchung des Trommelfells für die Diagnose einer akuten Mittelohrentzündung ausreichend. Heilt die Mittelohrentzündung allerdings nicht aus, ist es wichtig, zwischen einer bakteriellen und einer viralen Otitis media zu unterscheiden. Für eine bakterielle Entzündung sprechen beispielsweise:

  • Rascher Fieberanstieg
  • Akute Schmerzen
  • Entzündung beider Ohren

Um sicherzugehen, kann der Arzt eine Probe des austretenden Sekrets entnehmen. Im Labor werden die enthaltenen Bakterien-Typen bestimmt und die Therapie, beispielsweise durch Gabe von Antibiotika entsprechend angepasst.

Antibiotika bei Mittelohrentzündung

Besteht der Verdacht auf eine Begleitentzündung (Mastoiditis) oder andere Komplikationen, kann eine bildgebende Untersuchung notwendig sein. Mittels Röntgenbild oder Computertomografie (CT) gewinnt der Arzt Aufschluss über das Ausmaß der Infektion.

Wann ist ein Hörtest sinnvoll?

Bei Patienten, die bereits mehrmals eine akute Mittelohrentzündung hatten oder es zu Komplikationen kam, ist die Durchführung einiger Hörtests angebracht. Diese dienen dazu, das Gehör auf etwaige Funktionsstörungen zu überprüfen. Ein Hörtest kann zum einen subjektiv erfolgen, beispielsweise mithilfe der Hörweitenprüfung, bei der die Schallwellenwahrnehmung beider Ohren getestet wird. Zum anderen kann die Hörprüfung objektiv sein, zum Beispiel indem die Beweglichkeit des Trommelfells und der Druck im Mittelohr gemessen werden (Tympanometrie).

Ein Hörtest kann ebenfalls im Anschluss an eine überstandene Mittelohrentzündung sinnvoll sein. Dieser zeigt, ob sich die Hörleistung wieder normalisiert hat.

Nach der Mittelohrentzündung: Der Paukenerguss

Bei Kindern kann es vorkommen, dass sich nach einer überstandenen Mittelohrentzündung noch für einen gewissen Zeitraum Flüssigkeit in der Paukenhöhle (knöcherner Hohlraum des Mittelohrs) sammelt. Mediziner sprechen dann von einem Paukenerguss. Bemerkbar macht sich der Paukenerguss durch Druckgefühl oder Schmerzen im Ohr. Zudem entwickelt sich eine Hörstörung, es können Ohrgeräusche oder Schwindelgefühl auftreten. Bei Kindern bleibt der Paukenerguss oft lange unbemerkt, erst eine zunehmende Schwerhörigkeit legt den Verdacht nahe. Die endgültige Diagnose Paukenerguss nach einer Mittelohrentzündung stellt der Arzt, ebenso die geeignete Therapieform.

Zu den weiteren Komplikationen einer Mittelohrentzündung