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Weber-Weber biologische Arzneimittel
Trommelfellschnitt Parazentese

Trommelfellschnitt (Parazentese)

Der Trommelfellschnitt ist ein operativer Einschnitt in das Trommelfell. Dieser vom HNO-Arzt durchgeführte therapeutische Eingriff  dient der Druckentlastung des Mittelohrs und ermöglicht den Abfluss von Erguss, Sekret oder Eiter (Paukendrainage). Der Fachbegriff für diese Operation lautet Parazentese. Nach dem Schnitt mit Hilfe eines Operationsmikroskops wird vorhandenes Sekret im Mittelohr abgesaugt. Anstelle eines feinen Messerchens kann der Schnitt auch mittels Laser durchgeführt werden. Der Trommelfellschnitt erfolgt bei Kindern ambulant in Vollnarkose, bei Erwachsenen auch in örtlicher Betäubung.

Der Einschnitt in das Trommelfell neigt normalerweise dazu, sich nach kurzer Zeit zu schließen und zu heilen. Das ist aber nicht immer erwünscht, da die Ausheilung der Erkrankung noch weitere Zeit benötigt, speziell bei sehr zähem Sekret hinter dem Trommelfell. HNO-Ärzte kombinieren deshalb bei der Operation je nach Befund die Parazentese häufig mit der Einlage eines Paukenröhrchens in den Trommelfellschnitt: Das winzige Röhrchen ermöglicht das Offenhalten des Trommelfells, die Belüftung des Mittelohrs und die Drainage des Sekrets.

Eine Parazentese kann aus unterschiedlichen Gründen erforderlich sein. Sie wird unter anderem bei einer Eiteransammlung im Mittelohr im Rahmen einer Mittelohrentzündung (Otitis media) durchgeführt. Ist das Trommelfell bei einer akuten eitrigen Mittelohrentzündung stark gerötet und nach vorne gewölbt, bestehen Fieber und starke Schmerzen, die sich trotz medikamentöse Therapie nicht bessern, tritt nach der Trommeleröffnung und dem Absaugen des Eiters meist eine baldige Schmerzlinderung und Fiebersenkung ein.

Ein anderer häufiger Grund für einen Trommelfellschnitt ist ein Erguss in der Paukenhöhle des Mittelohres. Durch eine Verlegung der Eustachischen Röhre (Ohrtrompete, Tuba auditiva), die das Mittelohr mit dem Nasen-Rachenraum verbindet, ist der Druckausgleich gestört und es kommt zu einem Über- oder Unterdruck in der Paukenhöhle mit einer Flüssigkeitsansammlung. Das zähe oder dünnflüssige Sekret kann zu einer Hörminderung führen.

Neben Entzündungen aufgrund von Erkältungskrankheiten und Infektionen der oberen Atemwege ist bei kleineren Kinder vor allem eine Vergrößerung der Rachenmandel (andere Begriffe: Rachenmandelwucherung, Adenoide, adenoide Vegetationen, Polypen) für einen Paukenerguss verantwortlich. Bei wiederholten Ergüssen oder häufigen Infekten empfiehlt der HNO-Arzt bei einer vergrößerten Rachenmandel ggf. eine Polypenentfernung (Adenotomie), um die verstopfte Eustachische Röhre (Ohrtrompete, Tuba auditiva) freizulegen und die uneingeschränkte Belüftung des Mittelohrs inklusive einer freien Nasenatmung zu ermöglichen.